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“Wi sind arme unde weren gerne rick.”

Konfliktpropaganda im Kontext der ‚Lenethunschen Unruhen‘

Gekürzte Fassung einer im Seminar “Empört euch! Formen von Widerstand und Protest im Spätmittelalter” (Prof. Dr. Christoph Mauntel, Universität Osnabrück, Historisches Seminar) entstandenen Hausarbeit.

Ein Blick auf das (heutige) Osnabrücker Rathaus, dessen Bau 1487 begann. Um den Bau zu finanzieren, wurden die ‚Gütlichen Kontributionen‘ aufgestellt (Foto: Hannah Foth)

In einer lauen Augustnacht des Jahres 1488 regte sich etwas in der Osnabrücker Altstadt. Die Wirtshäuser waren überfüllt. Das Bier floss reichlich und der Effekt des Alkohols sollte sich bald auf die Stimmung der Anwesenden niederschlagen: Sie plagte eine allgemeine Unzufriedenheit mit der politischen Lage in der Stadt. Vor allem die städtischen Finanzen lieferten einen Grund für Unmut. Erst im Vorjahr hatten viele der Anwesenden eine außerordentliche Vermögenssteuer, die ‚Gütliche Kontribution‘ zahlen müssen. Es war wohl inmitten dieser angetrunkenen Wirtshausstimmung, dass der Samen für eine Aufstandsbewegung gesäht wurde, die die Stadt Osnabrück in den Jahren 1488/90 beschäftigen sollte: Die sogenannten ‚Lenethunschen Unruhen‘, benannt nach dem Schneidermeister Johannes Lenethun, der im Jahr 1490 für seine Beteiligung an der Bewegung hingerichtet werden sollte.

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Van den Yoden. Judentum im spätmittelalterlichen Osnabrück (1260–1430)

Führung durch die Sonderausstellung im Museumsquartier Osnabrück
Mittwoch, 19. August 2026, 16-18 Uhr

Antijüdische Darstellung im Codex Gisle, Handschrift, um 1300
© Bistumsarchiv Osnabrück, MA 101

2026 jährt sich das Ende der ersten jüdischen Gemeinde(n) in Osnabrück zum 600. Mal. Knapp zwei Jahrhunderte lang lebten jüdische Familien zusammen mit der christlichen Mehrheitsgesellschaft in einem von sozialen Spannungen und religiösen Konflikten geprägten Nebeneinander. Antijudaismus war Alltag.

1309 vom Osnabrücker Bischof offiziell für den Geldverleih in die Stadt geholt, wurden die jüdischen Menschen während des Pestpogroms von 1350 von der christlichen Nachbarschaft brutal ermordet. Nur wenige Jahre später entstand in der Neustadt eine neue jüdische Gemeinde. Nach der faktischen Aufhebung des Zinsverbotes für Christen wurden Juden als Geldgeber verdrängt. 1426 endete die erste Epoche jüdischer Sesshaftigkeit in der Stadt mit letzten Steuerzahlungen.

In der Ausstellung erinnern kostbare mittelalterliche Originale an diese Phase Osnabrücker Wirtschafts-, Religions- und Migrationsgeschichte. Am lokalen Beispiel werden die über Jahrhunderte tradierten antijudaistischen Wurzeln des Antisemitismus sichtbar.

Führung: Thorsten Heese
Treffpunkt: Museumsquartier Osnabrück
Kosten: 10 Euro

Zu allen Veranstaltungen des Historischen Vereins ist eine Anmeldung – per Mail oder telefonisch – unbedingt erforderlich:
E-Mail: info@historischer-verein-osnabrueck.de
Telefon: 0541 3316214
Teilnahmegebühren überweisen Sie bitte auf folgendes Konto: IBAN DE22 2655 0105 0000 2126 13

Mehr Infos:
2026_Yoden-Osnabrück_Flyer

Eine Veranstaltung im Rahmen des Exkursionsprogramm 2026 des Historischen Vereins.

Ratsherrliches Engagement in Zeiten der Not

Außerplanmäßige Versorgungsmaßnahmen des Osnabrücker Rates während der Ernährungs- und Wirtschaftskrise der Jahre 1771/1772

Abb. 1: Der Spendenaufruf des Osnabrücker Rates vom 21.2.1772 in der Beylage zum 8ten Stück der wöchentlichen Osnabrückischen Anzeigen vom 22.2.1772 (Foto: NLA OS Dep 3 b VIII Nr. 137).

Die Ereignisse der 1770er-Jahre stellten den Osnabrücker Rat vor enorme Herausforderungen: Ganzjährig andauernde, extreme Feuchtigkeit sowie bis ins Frühjahr auftretender Frost und Schneefall sorgten in Mitteleuropa für minderwertige und äußerst geringe Ernteerträge. Erstmals bemerkbar machten sich die Folgen im Spätsommer 1769 und aufgrund der anhaltenden anomalen Wetterverhältnisse potenzierten sich die Effekte in den beiden darauffolgenden Jahren.[1] So fielen auch im Hochstift und in der Stadt Osnabrück die Erträge 1770 deutlich schlechter aus als in den Vorjahren, ihren Höhepunkt erreichte die Krise dann im Sommer 1772, kurz vor der Ernte.[2] Unterdessen reichten die rund um die Stadt gewonnenen landwirtschaftlichen Erzeugnisse schon in guten Zeiten nicht aus, um die Einwohner der Hasestadt vollständig zu ernähren, sodass dort immer wieder Preissteigerungen drohten. Dementsprechend führten die witterungsbedingten Ernteausfälle zu einer massiven Teuerungswelle.[3] Der Jahresdurchschnittspreis für Hafer erhöhte sich zwischen 1769 und 1772 um 100 Prozent, für Roggen um 72 Prozent und für Weizen um immerhin 40 Prozent.[4] Abgesehen von den potentiellen Versorgungsengpässen führten die Preissteigerungen häufig dazu, dass die Nachfrage nach anderen Dienstleistungen und Waren zurückging, sodass der Handel und die Märkte stagnierten.[5] Vor allem die Angehörigen der Unterschichten konnten sich in diesen Zeiten nicht mehr ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen: Jene, die sich vor der Krise gerade noch aus eigener Kraft hatten ernähren können, waren nun auf externe Unterstützung angewiesen und solche, die bereits vor der Teuerung auf zusätzliche Hilfe angewiesen gewesen waren, benötigten nun umfangreichere Beiträge. Gleichzeitig versuchten die Tagelöhner durch eine Erhöhung ihrer Arbeitsleistung, ihren Verdienst zu steigern – sie erreichten jedoch oft nur das Gegenteil: Es kam zu einem Überangebot von Arbeitskraft, sodass die Löhne sanken. In ihrer Not griffen die Betroffenen zu Ersatzprodukten wie Kräutern oder Wurzeln, um das Getreide zu strecken, oder sogar zu verdorbenem Korn; häufig waren Krankheit und Tod die Folge.[6]

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„Van den Yoden“ – Judentum im spätmittelalterlichen Osnabrück (1260–1430)

Sonderausstellung mit Begleitprogramm

Kulturgeschichtliches Museum
22. März bis 30. August 2026
Museumsquartier Osnabrück

Antijüdische Darstellung im Codex Gisle, Handschrift, um 1300
© Bistumsarchiv Osnabrück, MA 101

2026 jährt sich das Ende der ersten jüdischen Gemeinde(n) in Osnabrück zum 600. Mal. Knapp zwei Jahrhunderte lang lebten jüdische Familien zusammen mit der christlichen Mehrheitsgesellschaft in einem von sozialen Spannungen und religiösen Konflikten geprägten Nebeneinander. Antijudaismus war Alltag.

1309 vom Osnabrücker Bischof offiziell für den Geldverleih in die Stadt geholt, wurden die jüdischen Menschen während des Pestpogroms von 1350 von der christlichen Nachbarschaft brutal ermordet. Nur wenige Jahre später entstand in der Neustadt eine neue jüdische Gemeinde. Nach der faktischen Aufhebung des Zinsverbotes für Christen wurden Juden als Geldgeber verdrängt. 1426 endete die erste Epoche jüdischer Sesshaftigkeit in der Stadt mit letzten Steuerzahlungen.

In der Ausstellung erinnern kostbare mittelalterliche Originale an diese Phase Osnabrücker Wirtschafts-, Religions- und Migrationsgeschichte. Am lokalen Beispiel werden die über Jahrhunderte tradierten antijudaistischen Wurzeln des Antisemitismus sichtbar. Der durch ihre kulturelle und religiöse Vielfalt geprägten bundesdeutschen Gesellschaft bietet „Van den Yoden“ mit Ausstellung, Begleitprogramm und Katalog angesichts des aktuellen Antisemitismus den öffentlichen Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit den im Antijudaismus gründenden Ursprüngen des Antisemitismus.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 11 – 18 Uhr
Samstag und Sonntag/Feiertag: 10 – 18 Uhr

Museumsquartier Osnabrück
Lotter Straße 2
49078 Osnabrück
www.museumsquartier-osnabrueck.de
Telefon: 0541 323-2207 / 323 2237

Eintritt frei für alle U18, Osnabrücker Studierende mit Studierendenausweis und Geflüchtete.

Mehr Infos:

Johannis.Licht.Bilder – Projektionen historischer Fotografien

Vom 28.02. bis 14.03.2026 jeden Abend ab 19 Uhr an der Kirchturmfassade St. Johann

Eine Bilderschau am Kirchturm, ein Open Air Event in der Neustadt – das sind die Johannis.Licht.Bilder.

Sie holen die Menschen dort ab, wo sie sind: Auf der Straße. Menschen begegnen sich zufällig, sprechen miteinander. Sie werden neugierig auf die Geschichte(n), die die Bilder an der Kirchturmfassade von St. Johann vermitteln.

Das vorliegende Begleitprogramm lädt dazu ein, das Quartier rund um die Johanniskirche mit anderen Augen zu betrachten. Drei Führungen und zwei Bildvorträge machen die Geschichte der Neustadt lebendig, drei weitere Veranstaltungen lassen Raum für Begegnungen und Erleben rund um den Kirchturm entstehen.

Die Johannis.Licht.Bilder werden am ersten Abend von Frau OB Katharina Pötter eröffnet. Sie enden mit einer musikalischen Finissage und einem zwanglosen Treffen.

“Geschichte konkret” – Vorträge des Vereins für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück im Museumsquartier Osnabrück

Der Verein für Geschichte und Landeskunde bietet seit jeher eine wissenschaftliche Vortragsreihe im Winterhalbjahr und eine bunte Veranstaltungsreihe (hauptsächlich Exkursionen, aber auch einzelne Vorträge) im Sommerhalbjahr an.

Der Flyer “Geschichte konkret” des Museumsquartiers fasst die Vorträge der beiden Reihen zusammen, deren Veranstaltungsort das Museumsquartier ist.

Den Flyer für das Programm finden Sie hier.

IKFN legt den Outdoor-Escape-Room für Bürgerinnen und Bürger neu auf

Nach dem Erfolg im letzten Jahr richtet das Forschungszentrum Institut für Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit (IKFN) der Uni Osnabrück in diesem Jahr den neuen Outdoor-Escape-Room Wettlauf um den Frieden. Das geheime Treffen aus.

Mehr Infos in den Pressemitteilungen der Universität Osnabrück.

Eine Rose für die Dichter 2025

Gedenkveranstaltung mit Rezitation auf dem Hasefriedhof in Osnabrück

Am sogenannten „Dichterrosentag“, den der Literaturlandschaften e.V. vor über 25 Jahren begründet hat, soll an einem Grab, einem Denkmal oder einem anderen mit einer Schriftstellerin oder einem Schriftsteller verbundenen Ort eine Rose niedergelegt werden, um mit dieser Geste Person und Werk zu gedenken.

An der Grabstelle von Bernhard Rudolf Abeken, (Foto: Bernhard Stegemann)

Wie in den vergangenen Jahren erinnerten Justus-Möser-Gesellschaft und Erich-Maria-Remarque-Gesellschaft auch in diesem an Osnabrücker Autorinnen und Autoren des 18. bis 20. Jahrhunderts an Grabstellen auf dem Hasefriedhof.

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Vortrag am 12. Juni 2025 im Museumsquartier über die NS-Propaganda-Aktion „Entartete Kunst“

„K33“ – Komposition Nr. 33 (1927) Gemälde von Friedrich Vordemberge-Gildewart (Osnabrücker 1899 – 1962 Ulm), Öl auf Leinwand, 1927

Thorsten Heese hält am Donnerstag, 12. Juni 2025 um 19 Uhr im Museumsquartier den Vortrag „Letzte Spur Berlin – Zum Schicksal von Friedrich Vordemberge-Gildewarts Gemälde K 33“. Der Vortrag gibt aus lokaler Perspektive Einblicke in die nationalsozialistische Propaganda-Aktion „Entartete Kunst“, die sich gegen die damalige Moderne richtete. Der Eintritt ist frei. 

K 33 ist ein Kunstwerk der klassischen Moderne. Sein Urheber ist Friedrich Vordemberge-Gildewart (Osnabrücker 1899 – 1962 Ulm), der in Osnabrück geborene Maler der konkreten Kunst. Der Konstruktivist schuf sein abstraktes Gemälde „Komposition Nr. 33“ im Jahre 1927, mitten in den „Goldenen Zwanzigern“ der Weimarer Republik. Das Gemälde geriet 1937 in die Fänge der NS-Kunstpolitik und wurde als „entartet“ aus dem Osnabrücker Museum entfernt. Der Vortrag rekonstruiert anhand neuester Recherchen die Biografie des Gemäldes bis zu seinem Verschwinden in den Wirren des Zweiten Weltkriegs und gibt dadurch Einblick in die gegen die damalige Moderne gerichtete Nazi-Aktion „Entartete Kunst“.

Pressekontakt:
Stadt Osnabrück, Claudia Drecksträter | Öffentlichkeitsarbeit Museumsquartier Osnabrück | Telefon 0541/ 323-4581 | dreckstraeter@osnabrueck.de

Henry Kissinger beim Osnabrücker Friedensgespräch 1998

Auf der Treppe des Osnabrücker Rathauses: Henry Kissinger, rechts Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip, links Prof. Dr. Reinhold Mokrosch, im Hintergrund der damalige Präsident der Universität Osnabrück Prof. Dr. Rainer Künzel (NLA OS Dep 103 Akz. 2020/119 Nr. 38, Foto/Bildrechte: Elena Scholz)

Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger ist kürzlich im Alter von hundert Jahren gestorben. Heute ist vielleicht nicht mehr jedem bekannt, dass Kissinger 1998 Osnabrück besuchte und an einem der bekanntesten Formate der Friedensstadt teilnahm: Am 7. November des Jahres diskutierte er mit Johannes Rau in einer Podiumsdiskussion in der Osnabrücker Stadthalle zum Thema „Kritischer Dialog oder Konfrontation mit islamistischen Staaten und Bewegungen?“ im Rahmen der Osnabrücker Friedensgespräche, deren Geschäftsstelle damals wie heute an der Universität Osnabrück angesiedelt war/ist.

Diskussionspartner Johannes Rau – damals noch nicht Bundespräsident – war kurzfristig wegen einer Erkrankung des zunächst für das Gespräch vorgesehenen Bundeskanzlers a.D. Helmut Schmidt eingesprungen, moderiert wurde das Gespräch von der bekannten ARD-Fernsehjournalistin Sabine Christiansen. Vor dem Gespräch hatte der damalige Bürgermeister Hans-Jürgen Fip die Ehrengäste im Rathaus empfangen, verbunden mit einem Eintrag in das goldene Buch der Stadt.

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Kolloquium des Arbeitskreises Stadt- und Regionalgeschichte zum Thema “Mensch – Kultur – Landschaft”

Auf den Spuren der Osnabrücker Kulturlandschaft

NLA OS K 23 Nr. 108H

15. Kolloquium des Arbeitskreises Stadt- und Regionalgeschichte im Verein für Geschichte und Landeskunde von Osnabrück am 1. September 2023, Universum Bramsche, Große Straße 38, 49565 Bramsche

Nach dreijähriger Pause findet in diesem Jahr endlich wieder das gewohnte Kolloquium des Arbeitskreises Stadt- und Regionalgeschichte statt. Die historisch geformte Kulturlandschaft des Osnabrücker Landes wird diesmal als Leitthema die verschiedenen Vorträge bestimmen. Deren Bogen soll sich vom Hochmittelalter bis in die Gegenwart spannen und so nicht nur die historische Nutzung betrachten, sondern auch die Bedeutung der Kulturlandschaft für das heutige Osnabrücker Land, seine Menschen und Natur beleuchten. Ergänzend zu den Vorträgen ist eine Filmvorführung geplant. Ganz dazu passend wurde mit dem Universum-Kino in Bramsche ein neuer Veran- staltungsort gewählt, der gut erreichbar ist und zentral im Osnabrücker Land liegt.

Programm

9:00: Begrüßung
9:30: Fritz-Gerd Mittelstädt: Das Osnabrücker Land – Raum mit einer regionalen Identität?
10:15: Thomas Vogtherr: Das Osnabrücker Land im 11. Jahrhundert. Beobachtungen – hauptsächlich – aus der Lebensbeschreibung Bischof Bennos
11:00: Pause
11:15: Andreas Mölder: Walderbe im Wandel – Wie die Art des Eigentums Waldlebensräume vom Mittelalter bis heute prägt
12:15: Mittagspause
13:15: Eva Berger: Filmpräsentation „De Loop de Haase“
14:45: Pause
15:00: Christof Spannhoff: Bramsche, Borgloh, Bersenbrück – Vergangene Kulturlandschaft im Spiegel der Ortsnamen des Osnabrücker Landes
15:45: Karsten Igel: Karten und Wirtschaftsbücher als Quellen zur landwirtschaftlichen Nutzung  der vormodernen Kulturlandschaft
16:30: Pause
16:45: Werner Wahmhoff: Kulturlandschaft im Wandel – Welchen Einfluss haben die Veränderungen in der Landwirtschaft?
17:30: Schlussdiskussion
Ende gegen 17:45/18:00

Die Teilnahme ist kostenlos, Anmeldungen bitte an karsten.igel@uni-muenster.de

“Ankunftsquartier” Weidenstraße? – Neue Online-Ausstellung von Studierenden der Universität Osnabrück

Neues Ausstellungsprojekt von Studierenden der Neuesten Geschichte und Migrationsforschung unter Federführung von Prof. Dr. Christoph Rass an der Universität Osnabrück mit starkem Archivbezug: https://nghm.hypotheses.org/10244

Universitätsauswahl, Migration und Lebenswege der Osnabrücker Studenten des Spätmittelalters

Eine Untersuchung zur Entwicklung der Studentenzahlen, den Risiken und Chancen des Universitätsbesuchs sowie zur regionalen prosopographischen SozialgeschichtsforschungTeil: Tabellen, Abbildungen und Prosopographie

II. Teil des in den Osnabrücker Mitteilungen 127 (2022) veröffentlichten Beitrags: Tabellen, Abbildungen und Prosopographie

(Ein Beitrag von Christopher Wüste)

Osnabrücker Studenten an den matrikelführenden Universitäten des Alten Reiches

Die nachfolgende Zusammenstellung enthält weiterführende Tabellen und Abbildungen sowie die Prosopographie der Osnabrücker Studenten des Mittelalters zum Beitrag „Universitätsauswahl, Migration und Lebenswege der Osnabrücker Studenten des Spätmittelalters“, der im 127. Band (2022) der Osnabrücker Mitteilungen erschienen ist.

In einem ersten Teil sind dabei die Tabellen und Abbildungen aus dem Beitrag, die Tabellen, auf die im Beitrag verwiesen wurde sowie weiterführende Tabellen zu den Osnabrücker Studenten des Mittelalters aufgelistet.

Im zweiten Teil befinden sich dann – nach Universitäten geordnet – die Biographien der 113 Osnabrücker Studenten des Spätmittelalters, deren Lebenswege nachvollzogen werden konnten und auf die im Beitrag in den Osnabrücker Mitteilungen ebenfalls verwiesen worden ist. Dieser biographische Katalog stellt die unverzichtbare Grundlage für die vergleichenden Untersuchungen im Beitrag dar.

Im dritten Teil, dem Anhang, befindet sich dann eine ausführliche Tabelle mit den originalen Matrikeleinträgen sämtlicher Osnabrücker Studenten des Spätmittelalters, die mögliche weitere Forschungen vereinfachen soll. Gleiches gilt für die Zusammenstellung aller von Osnabrücker Studenten des Spätmittelalters besetzten Pfründen in der abschließenden Tabelle.

Nennenswerte Erleuchtung

Die Gründung des Osnabrücker Gaswerks

von Rolf Spilker M.A. (Osnabrück)

Die Anbindung einer Stadt an das Eisenbahnnetz brachte bekanntlich etliche Vorteile mit sich, u. a. den, dass sich mittels dieses Transportsystems große Gütermengen herbeischaffen ließen. Kohle beispielsweise, die man in großen Mengen für die Erzeugung von Gas benötigte und deren unablässiger Nachschub die Voraussetzung für den Betrieb eines Gaswerks bildete. Für den Bau einer Gasanstalt in Osnabrück war diese Voraussetzung nach der Eröffnung der Hannoverschen Westbahn (1856) gegeben, diesbezügliche Planungen waren bereits zwei Jahre zuvor bekannt geworden.

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„… der berühmte Komponist Monsieur Paulus Ignatius Liechtenauer, Kapellmeister in der hohen Domkirche zu Osnabrück“

Ein Beitrag von Stefan Hanheide, Universität Osnabrück

Titelblatt von Liechtenauers 24 Offertorien op. 1 mit Besitzvermerk der „Capella S. Salvatorio in Capitolio 1737“ in Rom. © Museumsquartier Osnabrück, A-1059.

Die Musikgeschichte der Stadt Osnabrück ist nicht übermäßig reich an bedeutenden Namen. Ein Komponist jedoch, der vierzig Jahre als Kapellmeister und Organist am Osnabrücker Dom wirkte, hat einige Spuren hinterlassen, vor allem durch zwei Sammlungen geistlicher Musik. Sie sind bei dem angesehenen Augsburger Verleger Lotter herauskommen, der seinen Schwerpunkt auf die Herausgabe von Kirchenmusikwerken, insbesondere Messen legte, und haben sich über Europa verbreitet. Sein Name war in Musiklexika des späten 18. bis frühen 20. Jahrhunderts noch vertreten, danach nicht mehr. Es handelt sich um Paul Ignaz Liechtenauer (1673/74–1756), der die letzten vierzig Jahre seines Lebens in Osnabrück verbrachte. Nach Angabe des Totenregisters der Dompfarre Osnabrück wurde er am 13. Juni 1756 im Alter von 82 Jahren begraben. Demnach dürfte er nach dem 13. Juni 1673 und vor dem 13. Juni 1674 geboren sein, also liegt die Angabe 1673/74 nahe. Sein Vater Johann Liechtenauer war Orgelbauer und Organist und ist seit 1685 in Baden bei Wien nachgewiesen, wo er am 17. Januar 1701 im Alter von 71 Jahren begraben wurde. Bevor er nach Baden kam, scheint er sich in Wien aufgehalten zu haben, das wäre dann auch der Geburtsort von Paul Ignaz.[1]

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