Konfliktpropaganda im Kontext der ‚Lenethunschen Unruhen‘
Gekürzte Fassung einer im Seminar “Empört euch! Formen von Widerstand und Protest im Spätmittelalter” (Prof. Dr. Christoph Mauntel, Universität Osnabrück, Historisches Seminar) entstandenen Hausarbeit.

In einer lauen Augustnacht des Jahres 1488 regte sich etwas in der Osnabrücker Altstadt. Die Wirtshäuser waren überfüllt. Das Bier floss reichlich und der Effekt des Alkohols sollte sich bald auf die Stimmung der Anwesenden niederschlagen: Sie plagte eine allgemeine Unzufriedenheit mit der politischen Lage in der Stadt. Vor allem die städtischen Finanzen lieferten einen Grund für Unmut. Erst im Vorjahr hatten viele der Anwesenden eine außerordentliche Vermögenssteuer, die ‚Gütliche Kontribution‘ zahlen müssen. Es war wohl inmitten dieser angetrunkenen Wirtshausstimmung, dass der Samen für eine Aufstandsbewegung gesäht wurde, die die Stadt Osnabrück in den Jahren 1488/90 beschäftigen sollte: Die sogenannten ‚Lenethunschen Unruhen‘, benannt nach dem Schneidermeister Johannes Lenethun, der im Jahr 1490 für seine Beteiligung an der Bewegung hingerichtet werden sollte.
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